Bestandsplan

Ein Bestandsplan ist die verlässliche 2D‑Darstellung des aktuellen Gebäudezustands für die Bestandsdokumentation. Er zeigt Grundrisse, Schnitte und Ansichten mit realen Maßen, Bauteilen und Räumen – abgeleitet aus einer Bestandsaufnahme statt aus alten Planständen.

Warum ist ein Bestandsplan wichtig?

  • Verbindliche Grundlage: Aktuelle Maße aus dem Gebäudeaufmaß und Bauteile sichern Planung, Ausschreibung, Abrechnung und Genehmigungen ab.
  • Weniger Risiken: Abweichungen zum Altplan werden transparent – Nachträge und Doppeltermine sinken.
  • Effiziente Workflows: Digitale Daten fließen direkt in CAD/BIM, CAFM und Energieausweis.
  • Bessere Entscheidungen: Genaue Flächen, Mengen und Raumstrukturen beschleunigen Sanierung und TGA-Koordination und unterstützen durch belastbare Gebäudedaten die effiziente Abwicklung von Vermietungs- und Verkaufstransaktionen.

So entsteht ein Bestandsplan in der Praxis

  1. Datenerfassung: Bestandsvermessung mit digitalem Aufmaß per terrestrischem Laserscanning (TLS), mobiles Laserscanning (LiDAR/SLAM-basiert) oder Photogrammetrie liefert Punktwolken und Bilddaten.
  2. Auswertung: Ableitung von Grundrissen, Schnitten und Ansichten aus der Punktwolke; Ergänzung von Symbolik, Bemaßung, Layern und Raumdaten.
  3. Übergabe: Export als CAD-Plan in DWG/DXF/PDF; bei BIM‑Projekten zusätzlich semantische Modelle (IFC) und Metadaten (Version, Datum, Genauigkeitsklasse).

Arten von Bestandsplänen

  • Grundrisspläne: Raumzuschnitt, Öffnungen, Treppen, Bemaßung.
  • Schnitt‑/Ansichtspläne: Höhen, Dachformen, Fassadengliederung.
  • Flächenaufstellungen/Raumbuch: Nutz‑/Grundflächen (z. B. nach DIN 277) mit Raumattributen.
  • Verformungsgerechte Pläne: Abbildung von Unebenheiten/Krümmungen bei Bestandsbauten.

Häufige Fehler/Missverständnisse

  • Verwechslung mit Altplänen: Historische Pläne sind kein Nachweis des Ist‑Zustands – immer aktuelle Messdaten verwenden.
  • Fehlende Normbezüge: Flächen ohne klare Regel (z. B. DIN 277) sind nicht vergleichbar.
  • Unklare Toleranzen: Ohne Genauigkeitsangabe sind Pläne schwer bewertbar.
  • Medienbrüche: Papiernotizen erhöhen Übertragungsfehler; direkte digitale Erfassung ist robuster.
  • Isolierte Daten: Bestandsplan ohne Raumbuch/Attribute limitiert Betrieb und Auswertung.

Bestandsplan vs. As‑Built

  • Bestandsplan: 2D-Darstellung (Grundriss/Schnitt/Ansicht) des aktuellen Gebäudezustands – unabhängig vom Baujahr oder Anlass der Erstellung, meist auf Basis einer aktuellen Bestandsaufnahme.
  • As‑Built:Dokumentation des Ist-Zustands unmittelbar nach Bauausführung – zeigt Abweichungen zur ursprünglichen Planung und kann als 2D-Plan oder als semantisches 3D-Modell (BIM) übergeben werden.

FAQ

Wofür wird ein Bestandsplan benötigt?

Für Planung, Genehmigung, Ausschreibung, Abrechnung, Brandschutz‑ und Energieausweise – überall dort, wo der aktuelle Zustand zählt, sollte also ein Bestandsplan erstellt werden.

Welche Genauigkeit ist sinnvoll?

Für Entwurf reichen oft Zentimeter‑Toleranzen; für Ausführung/Detail benötigt man verformungsgerechte Pläne mit mm‑Genauigkeit und dokumentierter Klasse.

In welchen Formaten wird geliefert?

Typisch sind DWG/DXF und PDF; ergänzend IFC, wenn ein 3D‑Bestandsmodell vorliegt, plus Metadaten zu Toleranzen, Version und Prüfpunkten.

Up to Date mit Lumoview bleiben
Danke für Ihr Vertrauen!
Oops! There was an error submitting your form.