Wie aus Gebäuden belastbare digitale Daten werden.
Viele Projekte im Gebäudebestand beginnen mit einer scheinbar einfachen Frage: Was ist eigentlich vorhanden?
In der Praxis ist diese Frage oft schwer zu beantworten. Pläne sind veraltet, Flächenangaben stimmen nicht mehr, Umbauten wurden nicht dokumentiert oder wichtige Informationen liegen verstreut in Papierakten, PDFs, Fotos und einzelnen CAD-Dateien. Für kleine Einzelaufgaben ist das manchmal noch handhabbar. Bei Sanierungen, Energieberatungen, größeren Beständen oder ganzen Portfolios wird es jedoch schnell zum Problem.
Digitales Aufmaß setzt genau hier an. Es ersetzt fehleranfällige manuelle Messprozesse durch eine strukturierte digitale Erfassung: vom Gebäude über Geschosse und Räume bis hin zu Flächen, Bauteilen und relevanten Ausstattungsmerkmalen. Je nach Anwendungsfall reicht dafür eine einfache Aufmaß-App. In anderen Fällen braucht es ein Lasermessgerät, einen 3D-Scan oder eine professionelle digitale Gebäudevermessung im Bestand.
Entscheidend ist dabei nicht nur, dass Maße digital aufgenommen werden. Entscheidend ist, was anschließend daraus entsteht:
- belastbare dreidimensionale Gebäudemodelle,
- Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Raumbücher,
- Flächen, Gebäudehüllendaten oder
- eine Datengrundlage für CAD, BIM, Energieberatung und Sanierungsplanung.
Was ist digitales Aufmaß?
Digitales Aufmaß bezeichnet die digitale Erfassung von Gebäuden, Geschossen, Räumen, Flächen, Bauteilen und Maßangaben. Wird ein Aufmaß digital durchgeführt, entstehen Informationen nicht mehr nur auf Papier oder in einzelnen Skizzen, sondern werden direkt strukturiert aufgenommen, gespeichert und für die weitere Nutzung vorbereitet.
Das kann je nach Projekt sehr unterschiedlich aussehen. Bei einfachen Aufgaben genügt oft eine digitale Aufmaß-App oder ein Lasermessgerät, mit dem einzelne Maße erfasst und dokumentiert werden. Bei komplexeren Gebäuden, Sanierungen oder größeren Beständen kommen häufig Scanner, 3D-Laserscanning im Gebäude oder ergänzend Drohnen und Photogrammetrie für Dach und Fassade zum Einsatz.
Der Begriff wird deshalb im Markt nicht immer gleich verwendet. Manchmal meint digitales Aufmaß eine einfache App für einzelne Räume. In anderen Fällen geht es um eine umfassende digitale Bestandsaufnahme, bei der aus der Aufnahme vor Ort dreidimensionale Gebäudemodelle, Pläne, Raumbücher und strukturierte Gebäudedaten entstehen.
Für die Praxis ist diese Unterscheidung wichtig. Die passende Methode hängt davon ab, was am Ende gebraucht wird:
- nur einzelne Maße, ein CAD-Aufmaß,
- ein BIM-nahes Modell,
- eine digitale Bestandsaufnahme oder
- eine Datengrundlage für Sanierung, Umbau, Betrieb und Bestandspflege.
Warum ist digitales Aufmaß im Bestand so wichtig?
Gebäudeprojekte werden datenintensiver. Für Sanierung, Energieberatung, ESG-Nachweise, Förderprozesse, BIM, Facility Management und Portfolioentscheidungen braucht es belastbare Informationen zum Gebäudebestand. Gleichzeitig sind Bestandsdaten häufig veraltet, unvollständig oder nur analog verfügbar.
Digitales Aufmaß wird also besonders dort wichtig, wo bestehende Gebäude neu bewertet, saniert, umgeplant oder verwaltet werden sollen. Denn im Bestand fehlt häufig die wichtigste Grundlage: aktuelle und verlässliche Gebäudedaten.
Viele Gebäude wurden über Jahre verändert. Räume wurden zusammengelegt, Nutzungen geändert, Dachgeschosse ausgebaut oder technische Anlagen erneuert. Nicht jede dieser Änderungen findet später ihren Weg in die Pläne. Das führt dazu, dass vorhandene Unterlagen oft nur noch eingeschränkt nutzbar sind.
Für Sanierungen, energetische Bewertungen oder Modernisierungen ist das riskant. Energieberater:innen, Architekturbüros und Fachplaner:innen benötigen verlässliche Planungsunterlagen zu:
- Flächen,
- Volumina,
- Raumstrukturen,
- Gebäudehülle,
- Fenstern, Türen und Bauteilen.
Ohne solche Planungsvorlagen lassen sich Maßnahmen nur schwer bewerten, planen oder vergleichen. Digitales Aufmaß schließt diese Lücke und schafft eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen: Welche Flächen müssen saniert werden? Welche Daten fehlen für die Energieberatung? Welche Gebäude eignen sich für welche Maßnahmen? Und welche Informationen werden für Planung, Ausschreibung oder Betrieb benötigt?
Auch für Wohnungswirtschaft, Kommunen, Bestandshalter und Facility Management ist ein digitales Gebäudeaufmaß relevant. Dort geht es häufig nicht nur um ein einzelnes Objekt, sondern um viele Gebäude. Werden diese unterschiedlich dokumentiert, lassen sich Bestände nur schwer vergleichen. Ein skalierbarer digitaler Aufmaßprozess schafft hier einheitliche und weiterverwendbare Daten.
Welche Probleme löst digitales Aufmaß gegenüber dem manuellen Aufmaß?
Beim manuellen Aufmaß entstehen Informationen häufig auf Papier, in Skizzen, in Fotos und später in CAD-Dateien. Dadurch entstehen Medienbrüche: vom Gebäude zur Skizze, von der Notiz zur digitalen Datei, vom Foto zur Interpretation im Büro. Jeder dieser Schritte kann Fehler verursachen.
Typische Probleme sind:
- unleserliche Notizen,
- falsch zugeordnete Maße,
- fehlende Raumbezüge oder Fotos, die später nicht mehr eindeutig zugeordnet werden können.
Gerade bei größeren Gebäuden, vielen ähnlichen Räumen oder bewohnten Wohnungen kostet das viel Zeit.
Digitales Aufmaß reduziert diese Unsicherheiten. Räume, Maßangaben, Fotos und Bemerkungen können direkt miteinander verbunden werden. Dadurch bleibt klar, welche Maßangabe zu welchem Raum gehört, welches Foto welches Detail zeigt und welche Daten später für Modelle, Pläne oder Raumbücher genutzt werden können
Ein wichtiger Vorteil liegt damit in mehreren Punkten zugleich:
- Die Erfassung vor Ort kann schneller ablaufen, die Informationen werden strukturierter aufgenommen und die spätere Weiterverarbeitung wird deutlich einfacher.
- Aus gut aufbereiteten digitalen Aufmaßdaten lassen sich verschiedene Ergebnisarten ableiten: zum Beispiel
- ein digitales dreidimensionales Gebäudemodell,
- Grundrisse, Schnitte, Ansichten,
- Flächenlisten oder Raumbücher.
- Während man beim manuellen Aufmaß häufig zuerst an einen einzelnen Grundriss denkt, kann digitales Aufmaß deutlich breiter nutzbar werden.
Die wichtigsten Unterschiede: manuelles vs. digitales Aufmaß:
Welche Methoden gibt es für digitales Aufmaß?
Welche Methode sinnvoll ist, hängt vom Projektziel ab. Nicht jede Aufgabe braucht die gleiche technische Lösung.
1. Aufmaß App
Eine digitale Aufmaß-App eignet sich vor allem für:
- einfache Räume,
- kleinere Projekte oder
- handwerkliche Einzelaufgaben.
Ein Aufmaß per App hilft:
- Maße digital zu erfassen,
- Fotos zu ergänzen und
- Informationen schneller zu dokumentieren.
Grenzen:
- Genauigkeit hängt stark von Eingabe und Gerät ab
- komplexe Grundrisse sind aufwendig
- meist keine vollständige 3D-Gebäudedokumentation
- Nacharbeit für CAD/BIM häufig erforderlich
Eine Aufmaß App ist sinnvoll, wenn der Prozess digitaler werden soll, aber keine umfassende Gebäudevermessung benötigt wird. Für ein digitales Aufmaß im Handwerk kann das bereits ausreichen.
2. Lasermessgerät mit digitaler Übertragung
Ein Lasermessgerät mit digitaler Übertragung (häufig auch Disto genannt) misst Distanzen präziser und schneller als Maßband oder Zollstock. In Kombination mit einer App oder Aufmaß Software können Messwerte direkt übertragen werden. Das reduziert Tippfehler und beschleunigt die Dokumentation.
Gut einsetzbar für:
- präzisere Einzelmessungen
- Handwerk und Bauleitung
- Raummaße, Wandlängen, Höhen
- kleinere bis mittlere Projekte
- Kombination mit Aufmaß Software
Grenzen:
- Messpunkte müssen weiterhin einzeln aufgenommen werden
- Raumstruktur entsteht nicht automatisch vollständig
- bei vielen Räumen zeitintensiv
- Übertragung in CAD oder BIM erfordert Zusatzaufwand
Ein Lasermessgerät ist sinnvoll, wenn einzelne Maße präzise aufgenommen werden sollen. Für große Bestände oder vollständige Gebäudemodelle reicht es allein meist nicht aus.
3. 3D-Aufmaß mit Laserscanner oder Raumscanner
Ein Innenraum-Scan oder 3D-Laserscanning bzw. 3D-Aufmaß geht deutlich weiter. Hier werden nicht nur einzelne Maße aufgenommen, sondern Raumgeometrien und räumliche Zusammenhänge digital erfasst.
Gut einsetzbar für:
- digitales Gebäudeaufmaß im Bestand
- Sanierung und Modernisierung
- Energieberatung
- CAD-Aufmaß und BIM-Aufmaß
- große Gebäude und Portfolios
- Bestandsdokumentation
- Facility Management
Grenzen:
- Datenverarbeitung muss fachlich sauber erfolgen
- Qualität hängt von Scan-Prozess, Software und Modellierung ab
- für sehr kleine Einzelaufgaben oft überdimensioniert
- professionelle Lösungen benötigen klare Ausgabeformate und Schnittstellen
3D-Aufmaß ist besonders nützlich, wenn dreidimensionale Gebäudemodelle, Grundrisse, Schnitte, Ansichten oder weiterverwendbare Gebäudedaten benötigt werden.
4. Drohen und Photogrammetrie
Drohnen und Photogrammetrie eignen sich ergänzend für die äußere Gebäudehülle, also Dach, Fassade oder schwer zugängliche Bereiche. Aus Bildern entstehen digitale Modelle, Flächeninformationen oder Dokumentationen der äußeren Gebäudestruktur. Sie ersetzen keine Innenaufnahme, können aber ein digitales Aufmaß sinnvoll erweitern.
Geeignet für:
- Dachaufmaß
- Fassadenanalyse
- Gebäudehüllenmodell
- PV-Planung
- energetische Bewertung
- schwer zugängliche Gebäudebereiche
Grenzen:
- abhängig von Wetter, Zugänglichkeit und Flugbedingungen
- Innenräume werden nicht erfasst
- rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen müssen beachtet werden
- oft sinnvoll als Ergänzung zum Innenraum-Scan
Drohnen eignen sich besonders, wenn Dach, Fassade oder Gebäudehülle Teil der Planung oder energetischen Bewertung sind.
Welche Methode eignet sich für welchen Anwendungsfall?
Für kleine Einzelaufgaben reicht häufig eine Aufmaß-App oder ein Lasermessgerät aus. Typische Beispiele sind Küchenplanung, Innenausbau, einzelne Räume oder kleinere Modernisierungen.
Bei Wohnungen, Büros oder Nutzungseinheiten wird die strukturierte Raumzuordnung wichtiger. Hier kann ein digitaler Innenraum-Scan Vorteile bringen, weil Räume, Fotos, Maße und Ausstattungsmerkmale besser miteinander verbunden werden.
Bei ganzen Bestandsgebäuden steigt die Komplexität. Neben einzelnen Raummaßen sind Geschosse, Treppen, Höhenbezüge, Flächen, Nutzungseinheiten und Gebäudehülle relevant. In solchen Fällen ist ein professionellerer Ansatz sinnvoll.
Bei großen Portfolios zählt zusätzlich die Skalierbarkeit. Wohnungsunternehmen, Kommunen oder Bestandshalter benötigen häufig vergleichbare Daten über viele Gebäude hinweg. Dann ist nicht nur Genauigkeit wichtig, sondern auch ein standardisierter Prozess und ein einheitlicher Datenoutput.

Welche Daten entstehen beim digitalen Aufmaß?
Ein gutes digitales Aufmaß endet nicht mit einer Sammlung von Messwerten. Der Nutzen entsteht erst, wenn aus der Erfassung verwertbare Ergebnisse werden.
Je nach Projekt können daraus digitale dreidimensionale Gebäudemodelle, Grundrisse, Schnitte und Ansichten entstehen. Ein digitales dreidimensionales Modell kann dabei helfen, die Gebäudegeometrie als Ganzes besser zu verstehen und daraus die benötigten Pläne, Schnitte oder Ansichten abzuleiten.
Auch Raumbücher, Flächen, Volumina, Fenster- und Türlisten oder Bauteillisten können Teil der digitalen Bestandsaufnahme eines Gebäudes sein. Für Energieberatung und Sanierungsplanung sind zudem Gebäudehüllendaten relevant: Außenwände, Fenster, Dachflächen, Türen und weitere thermisch wichtige Bauteile.
Welche Daten sinnvoll sind, hängt vom Projekt ab. In manchen Fällen steht ein digitales dreidimensionales Gebäudemodell als zentrale Grundlage im Mittelpunkt. In anderen Projekten werden vor allem Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Flächenlisten oder Raumbücher benötigt. Je nach Ziel kann daraus ein CAD-Aufmaß für die klassische Planung oder ein BIM-Aufmaß für modellbasierte Prozesse entstehen. Häufig ist auch eine Kombination sinnvoll, damit die Daten sowohl für die Planung als auch für spätere Auswertungen genutzt werden können.
Ein weiterer Vorteil: Ein sauber aufgebautes digitales Modell kann auch über das aktuelle Projekt hinaus nützlich bleiben. Wenn sich später etwas am Gebäude verändert, kann das Modell — mit den passenden Programmen und Prozessen — aktualisiert und als fortlaufende digitale Bestandsgrundlage weitergeführt werden.
Wie läuft ein digitales Aufmaß im Bestand ab?
- Vorbereitung
Ein digitales Aufmaß beginnt nicht erst vor Ort. Zuerst sollte geklärt werden, welche Daten gebraucht werden. Geht es nur um einfache Maße? Oder werden dreidimensionale Gebäudemodelle, Grundrisse, Schnitte, Raumbücher, Gebäudehüllendaten oder Schnittstellen zu CAD, BIM, CAFM oder ERP benötigt?
- Erfassung vor Ort
Danach folgt die Erfassung vor Ort. Je nach Methode werden Räume, Maße, Fotos und Gebäudedetails per App, Lasermessgerät, Scanner oder Drohne aufgenommen. In Bestandsgebäuden ist dabei auch die Organisation wichtig: Welche Bereiche sind zugänglich? Sind Wohnungen bewohnt? Gibt es sensible Räume oder vorhandene Pläne?
- Datenverarbeitung
Nach der Aufnahme werden die Daten geprüft, strukturiert und verarbeitet. Daraus entstehen die gewünschten Ergebnisse, zum Beispiel Modelle, Pläne, Flächenlisten oder Raumbücher.
- Nutzung im Projekt
Besonders wertvoll werden die verarbeiteten Daten, wenn sie anschließend in Planung, Energieberatung, Sanierung, Facility Management oder Bestandspflege weiterverwendet werden können. So entsteht ein durchgängiger Prozess: von der Aufnahme vor Ort über die Modellierung bis zur Nutzung in CAD, BIM, IFC, CAFM, ERP oder Energieberatungssoftware.
Was ist bei bewohnten Gebäuden besonders wichtig?
In bewohnten Gebäuden geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Rücksicht, Organisation und Datenschutz. Die Erfassung sollte möglichst schnell erfolgen und Bewohner:innen so wenig wie möglich stören.
Ein guter digitaler Aufmaßprozess reduziert die Aufenthaltsdauer vor Ort. Räume müssen nicht unnötig lange blockiert, Möbel nicht großflächig verrückt und Termine nicht mehrfach wiederholt werden.
Wichtig ist außerdem die korrekte Benachrichtigung der Bewohner:innen. Sie sollten rechtzeitig wissen, wann die Erfassung stattfindet, welche Bereiche betreten werden müssen und wie lange der Termin voraussichtlich dauert. Eine klare Kommunikation erleichtert die Organisation und erhöht die Akzeptanz vor Ort.
Auch Fotos müssen verantwortungsvoll eingesetzt werden. Sie sind hilfreich, ersetzen aber keine strukturierte Erfassung. Wichtig ist, dass Bilder eindeutig Räumen, Bauteilen oder Ausstattungselementen zugeordnet werden und sensible Informationen geschützt bleiben.
Für Wohnungswirtschaft, Kommunen und Bestandshalter liegt der entscheidende Vorteil in der Kombination aus kurzer Vor-Ort-Zeit, klarer Terminorganisation und strukturierter Dokumentation. Wenn viele Nutzungseinheiten erfasst werden müssen, macht genau diese Kombination den Prozess planbarer und weniger störend.
Woran erkennt man eine gute digitale Aufmaßlösung?
Eine gute digitale Aufmaßlösung erkennt man nicht nur an der eingesetzten Technik. Entscheidend ist, ob sie zum Projektziel passt und am Ende nutzbare Daten liefert.
Wichtige Kriterien sind:
- Genauigkeit,
- nachvollziehbare Datenqualität,
- Skalierbarkeit,
- Datenschutz bei bewohnten Gebäuden
- Bedienbarkeit,
- passende Ausgabeformate und
- eine gute Weiterverarbeitung.
Die Ergebnisse sollten in Formaten bereitgestellt werden können, die in CAD, BIM, IFC, CAFM, ERP oder Energieberatungsprozessen genutzt werden können.
Genauigkeit und Datenqualität
Nicht jedes Projekt braucht maximale Detailtiefe. Manche Projekte benötigen vor allem ein belastbares dreidimensionales Gebäudemodell. Andere brauchen daraus abgeleitete Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Raumbücher, Flächen oder Bauteillisten. Eine gute Lösung sollte diesen Datenbedarf sauber abbilden können.
Sie liefert deshalb nicht nur Rohdaten, sondern verständliche Ergebnisse: Modelle, Pläne, Listen und strukturierte Gebäudedaten, mit denen weitergearbeitet werden kann.
Skalierbarkeit
Für einzelne Räume kann eine App ausreichen. Für Mehrfamilienhäuser, kommunale Gebäude, Quartiere oder Portfolios braucht es andere Prozesse.
Eine skalierbare Lösung sollte:
- viele Räume effizient erfassen
- wiederholbare Standards nutzen
- Daten zentral bereitstellen
- mehrere Gebäude vergleichbar dokumentieren
- Ergebnisse strukturiert ausgeben
Datenschutz bei bewohnten Gebäuden
Gerade bei Bestandsgebäuden ist Datenschutz wichtig. Wenn Innenräume erfasst werden, müssen personenbezogene Informationen, Bilddaten und Nutzungsdaten sorgfältig behandelt werden.
Zu prüfen ist:
- Wie werden Daten gespeichert?
- Werden Personen oder sensible Informationen erfasst?
- Gibt es DSGVO-konforme Prozesse?
- Wie kurz und störungsarm ist die Begehung?
- Können bewohnte Einheiten effizient erfasst werden?
Bedienbarkeit
Eine Lösung kann technisch stark sein, aber im Alltag scheitern, wenn sie zu komplex ist. Besonders bei wiederkehrenden Aufmaßen ist einfache Bedienbarkeit entscheidend.
Wichtige Fragen:
- Wer soll das Aufmaß durchführen?
- Ist Vermessungsexpertise erforderlich?
- Wie schnell kann das Team geschult werden?
- Wie zuverlässig ist der Prozess im Alltag?
- Wie viel Nacharbeit entsteht nach der Erfassung?
Passende Ausgabeformate und Schnittstellen
Die Ergebnisse sollten in Formaten bereitgestellt werden können, die in CAD, BIM, IFC, CAFM, ERP oder Energieberatungsprozessen genutzt werden können.
Lumoview als Lösung für digitale Gebäudevermessung im Bestand
Lumoview betrachtet digitales Aufmaß nicht als einzelne App-Lösung, sondern als umfassenden Prozess der professionellen Gebäudeerfassung im Bestand. Kombiniert wird hier die Erfassung von Gebäuden mit dem LumoScanner, ein patentierter 3D-Laserscanner zur Innenraumvermessung per Knopfdruck, mit der anschließenden automatisierten Weiterverarbeitung der Gebäudedaten.
Im Kontext der digitalen Gebäudevermessung stehen dabei nicht nur einzelne Maße im Mittelpunkt, sondern die umfassende und strukturierte Erfassung, die Datenverarbeitung und die nutzbaren Ergebnisse.
Das ist besonders relevant, wenn Gebäude schnell, strukturiert und skalierbar erfasst werden sollen. Zum Beispiel für:
- Energieberatung,
- Sanierungsplanung,
- Umbauten,
- Wohnungswirtschaft,
- Kommunen,
- Bestandshalter,
- Facility Management oder
- größere Portfolios.
Je nach Projekt können aus der Erfassung:
- dreidimensionale CAD-Modelle,
- Grundrisse, Schnitte, Ansichten,
- Raumbücher,
- Gebäudehüllenmodelle und
- weitere strukturierte Gebäudedaten entstehen.
Ergänzend können Außenbereiche wie Dach und Fassade über Drohnen-Photogrammetrie aufgenommen werden.
Damit verbindet Lumoview drei Ebenen:
- digitale Erfassung vor Ort
- strukturierte Verarbeitung der Gebäudedaten
- Nutzung in Planung, Sanierung, Energieberatung und Betrieb
So endet das digitale Aufmaß nicht beim Messwert. Es wird zur Grundlage für weitere Prozesse: Planung, Umplanung, Sanierung, Umbau, Bestandspflege und Gebäudemanagement.
Fazit: Digitales Aufmaß lohnt sich, wenn aus Messdaten nutzbare Gebäudedaten werden
Digitales Aufmaß ersetzt nicht nur Papier, Skizze und manuelle Messung. Der Mehrwert entsteht, wenn aus der Aufnahme vor Ort eine strukturierte Datengrundlage wird.
Für kleine Einzelaufgaben können eine Aufmaß-App oder ein Lasermessgerät ausreichen. Bei Bestandsgebäuden, Sanierungen, bewohnten Objekten oder größeren Portfolios ist dagegen eine professionelle digitale Gebäudevermessung sinnvoller.
Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht: Welche Technik ist die modernste? Sondern: Welche Daten werden später gebraucht?
Wer diese Frage früh klärt, schafft eine bessere Grundlage für Planung, Umplanung, Umbau, Sanierung, Energieberatung, Dokumentation und langfristige Bestandspflege.
FAQ
Wie genau ist ein digitales Aufmaß?
Die Genauigkeit hängt von der Methode ab. Eine einfache Aufmaß App eignet sich vor allem für grobe oder mittlere Anforderungen. Ein Lasermessgerät liefert präzisere Einzelmaße. 3D-Laserscanner oder professionelle Raumscanner erfassen ganze Räume und Gebäudestrukturen deutlich umfassender. Entscheidend ist außerdem, wie die Daten verarbeitet und geprüft werden.
Welche Geräte braucht man für digitales Aufmaß?
Das hängt vom Anwendungsfall ab. Für einfache Aufmaße reichen Smartphone, Tablet oder Lasermessgerät. Für professionelles digitales Gebäudeaufmaß werden 3D-Scanner, Raumscanner oder ergänzend Drohnen eingesetzt. Zusätzlich braucht es Software für Verarbeitung, Dokumentation und Export.
Was ist besser: Aufmaß App, Lasermessgerät oder 3D-Laserscanner?
Für kleine Projekte und einfache Angebotsprozesse reicht oft eine Aufmaß App. Für präzise Einzelmaße ist ein Lasermessgerät sinnvoll. Für Bestandsgebäude, Sanierung, CAD, BIM oder Portfolios ist ein 3D-Laserscanner meist besser geeignet, weil er Gebäudestrukturen umfassender erfasst.
Wie funktioniert ein 3D-Aufmaß im Gebäude?
Beim 3D-Aufmaß werden Räume mit einem Scanner erfasst. Die Messdaten werden anschließend verarbeitet und in nutzbare Ergebnisse überführt, zum Beispiel Grundrisse, 3D-CAD-Modelle, Raumbücher oder BIM-nahe Daten. So entsteht eine digitale Dokumentation des Gebäudebestands.
Welche Daten entstehen beim digitalen Aufmaß?
Je nach Methode entstehen Maße, Flächen, Fotos, Skizzen, Punktwolken, Grundrisse, 3D-Modelle, Raumbücher, Flächenlisten oder Gebäudehüllenmodelle. Wichtig ist, dass die Daten in passenden Formaten bereitgestellt werden, etwa PDF, DWG, IFC, RVT, Excel oder CSV.
Kann digitales Aufmaß in bewohnten Gebäuden eingesetzt werden?
Ja, digitales Aufmaß kann auch in bewohnten Gebäuden eingesetzt werden. Wichtig sind kurze Begehungszeiten, klare Prozesse und ein datenschutzkonformer Umgang mit Bild- und Messdaten. Je schneller die Erfassung erfolgt, desto geringer ist die Belastung für Bewohner:innen oder Nutzer:innen.
Wie hilft digitales Aufmaß bei Sanierung und Energieberatung?
Für Sanierung und Energieberatung liefert digitales Aufmaß eine belastbare Datengrundlage. Flächen, Raumstrukturen, Gebäudehülle und Bestandsinformationen können für Planung, Förderprozesse, energetische Bewertung, Ausschreibung und Dokumentation genutzt werden.
Welche Schnittstellen sind wichtig?
Wichtige Schnittstellen und Ausgabeformate sind unter anderem DWG für CAD, IFC für BIM, RVT für Revit, PDF für Pläne sowie Excel oder CSV für Listen und Raumbücher. Für Bestandshalter und Facility Management können außerdem Schnittstellen zu CAFM-, ERP- oder Energieberatungssoftware relevant sein.
Was kostet ein digitales Aufmaß?
Die Kosten hängen von Methode, Gebäudegröße, Genauigkeitsanforderung und gewünschtem Ergebnis ab. Eine einfache App ist günstiger, liefert aber weniger strukturierte Gebäudedaten. Ein professioneller Gebäude-Scan kostet mehr, kann aber durch weniger Nacharbeit, weniger Vor-Ort-Termine und bessere Weiterverarbeitung wirtschaftlicher sein.
Wann lohnt sich ein professioneller Gebäude-Scan?
Ein professioneller Gebäude-Scan lohnt sich, wenn viele Räume, komplexe Bestände oder mehrere Gebäude erfasst werden sollen. Besonders sinnvoll ist er, wenn aus dem Aufmaß CAD-Daten, BIM-Modelle, Raumbücher, Flächenlisten oder digitale Gebäudedaten für Sanierung, Betrieb oder Portfolioentscheidungen entstehen sollen.
Wie unterscheidet sich digitales Aufmaß von digitaler Gebäudevermessung?
Digitales Aufmaß kann einfache digitale Messprozesse beschreiben, etwa per App oder Lasermessgerät. Digitale Gebäudevermessung ist meist umfassender: Sie erfasst Gebäude strukturiert, oft dreidimensional, und bereitet die Daten für Planung, CAD, BIM, Sanierung oder Facility Management auf.
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