Photogrammetrie rekonstruiert aus überlappenden Fotos präzise 2D‑ und 3D‑Geometriedaten. Photogrammetrie-Software und Algorithmen bestimmen Kameraposen und dichte Punktwolken; daraus entstehen Orthofotos, Modelle und Pläne – als belastbare Basis für Planung, Sanierung und Dokumentation.
Warum ist Photogrammetrie wichtig?
- Flächendeckend und wirtschaftlich: Große Areale, Dächer und Fassaden schnell erfassen – per Drohnenbefliegung ohne Gerüst oder Betriebsunterbrechung.
- Präzise und nachvollziehbar: Mit RTK/PPK, GCPs/Check‑Points und Kalibrierung sind zentimetergenaue Ergebnisse erreichbar.
- Nahtlose Workflows: Ergebnisse fließen in CAD/BIM (DWG/DXF/IFC), GIS und Mengen‑/Volumenberechnungen.
- Visuell reich: Farbige Orthofotos und Texturen erleichtern Befund, Kommunikation und Nachweisführung.
Anwendungsfälle (Auswahl)
- Dach‑ und Fassadenaufmaß, Orthoprojektionen/Abwicklungen
- Geländeaufnahme, Volumen (Cut/Fill), Baufortschritt
- Bestandsdokumentation, As‑Built‑Vergleich
- Denkmalschutz, Schadenskartierung, Rissmonitoring
Photogrammetrie vs. LiDAR
- Photogrammetrie: Bildbasiert, farbtief, wirtschaftlich; Genauigkeit abhängig von Textur/Licht/Überlappung/Kalibrierung.
- LiDAR: Direkte Distanzmessung, robust bei Vegetation/Geringtextur, sehr präzise Punktwolken.
Best‑Practice: Verfahren kombinieren (z. B. farbige LiDAR‑Punktwolken + photogrammetrische Abwicklungen).
Häufige Fehler/Missverständnisse
- “Mehr Bilder = automatisch besser”: Ohne ausreichende Überlappung, stabile Belichtung und GCPs entstehen Lücken/Verzerrungen.
- Rolling‑Shutter/Blur: Zu schnelle Bewegung/zu lange Belichtungen → Artefakte; Shutter und Flug/Bewegung abstimmen.
- Schlechte Georeferenz: Fehlende/ungenaue GCPs, unklare CS/Einh. (UTM/ETRS89, m/mm) erschweren Weiterverwendung.
- Falsche GSD: Zu grob verpasst Details; zu fein bläht Daten ohne Zusatznutzen – am Zweck ausrichten.
- Keine QA‑Dokumentation: Ohne Check‑Points/RMS sind Ergebnisse schwer nachweisbar.
FAQ
Welche Genauigkeit ist realistisch?
Mit RTK/PPK, gut verteilten GCPs und passender GSD sind zentimetergenaue Ergebnisse erreichbar; Qualität belegen Check‑Points/RMS.
Wann ist Photogrammetrie besser als LiDAR?
Bei farbtreuen Abwicklungen, großflächigen Texturoberflächen und wirtschaftlichen Anforderungen; LiDAR ist überlegen bei Geringtextur/Vegetation.
Welche Formate sollte ich anfordern?
GeoTIFF für Orthofotos/Abwicklungen, E57/LAS/LAZ für Punktwolken, DWG/DXF/PDF für 2D, IFC für BIM – jeweils mit Koordinatensystem, Einheiten, Toleranzen und Version dokumentiert.