Digitales Aufmaß

Digitales Aufmaß bezeichnet die digitale Erfassung von Gebäuden, Räumen oder Bauteilen mithilfe moderner Sensorik. Statt Maße manuell mit Zollstock oder Laser-Distanzmesser zu erfassen, werden Geometrien automatisiert durch Technologien wie Laserscanning, LiDAR oder Photogrammetrie aufgenommen und als digitale Datensätze gespeichert. Das Ergebnis sind präzise und nachvollziehbare Gebäudedaten, die direkt für Grundrisse, Bestandspläne, BIM-Modelle oder energetische Analysen genutzt werden können.

Warum ist digitales Aufmaß wichtig?

Gebäudebestand ist die Grundlage nahezu jeder Planung. Gleichzeitig sind vorhandene Pläne häufig veraltet, unvollständig oder nicht digital verfügbar. Ein digitales Aufmaß schafft eine verlässliche Datengrundlage für Planung, Sanierung und Betrieb und bildet damit eine digitale Bestandsaufnahme des Gebäudes.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Höhere Geschwindigkeit: Schnellere Datenerfassung als bei manuellen Messverfahren
  • Höhere Datenqualität: Höhere Vollständigkeit durch die digitale Aufnahme ganzer Räume und Gebäude in z.B. Scan-to-BIM-Prozessen
  • Weniger Übertragungsfehler, da Messdaten direkt digital vorliegen
  • Direkte Weiterverarbeitung in CAD-, BIM- und CAFM-Systemen
  • Vollständige Erfassung: Nachvollziehbare Dokumentation für Planung, Ausschreibung und Betrieb

Gerade bei Sanierungsprojekten, Energieberatungen oder der Bestandsmodellierung bildet digitales Aufmaß die Grundlage für fundierte Entscheidungen.

Wie funktioniert digitales Aufmaß?

Der Ablauf besteht typischerweise aus vier Schritten:

  1. Gebäude erfassen: Vor Ort werden Räume oder Gebäude mit geeigneter Messtechnik aufgenommen. Je nach Anwendungsfall kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz: (z.B. LiDAR-Scanner, Drohnen Photogrammetrie, Aufmaß-Apps etc.) 
  2. Daten verarbeiten: Die aufgenommenen Messdaten werden automatisiert zusammengeführt und georeferenziert. Dabei entstehen digitale Abbilder des Gebäudes, beispielsweise in Form von Punktwolken. Aus den erfassten Daten lassen sich verschiedene Ergebnisse generieren: Grundrisse, Schnitte und Ansichten, Flächenberechnungen, Raumbücher. 
  3. Daten weiterverwenden: Die Ergebnisse können direkt in bestehende Planungs- und Betriebsprozesse integriert werden, beispielsweise in: CAD-Systeme, BIM-Workflows, CAFM-Systeme oder auch Energieberatungssoftware

Welche Daten entstehen?

  • Punktwolken
  • Grundrisse
  • Schnitte
  • Ansichten
  • BIM-Modelle
  • Digitale Zwillinge
  • 3D Modelle 
  • Flächenberechnungen
  • 3D Modelle 

Welche Technologien werden für digitales Aufmaß eingesetzt?

  • LiDAR (Light Detection and Ranging) misst Entfernungen mittels Laserimpulsen und erzeugt hochpräzise 3D-Daten.
  • Terrestrisches Laserscanning (TLS) Dabei wird ein Gebäude von festen Standpunkten aus gescannt. Das Verfahren eignet sich besonders für komplexe Geometrien und hohe Genauigkeitsanforderungen
  • SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) ermöglicht die mobile Erfassung von Gebäuden während der Bewegung. Dadurch können große Gebäude deutlich schneller aufgenommen werden
  • Bei Photogrammetrie werden Fotos ausgewertet, um daraus 3D-Geometrien zu berechnen. Das Verfahren eignet sich insbesondere für Fassaden und Außenbereiche.

Typische Anwendungsbereiche

Digitales Aufmaß kommt heute in vielen Bereichen der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie im Handwerk zum Einsatz:

  • Sanierung und Modernisierung: Belastbare Bestandsdaten sind Voraussetzung für energetische Sanierungen und Förderanträge.
  • BIM-Projekte: Digitale Gebäudedaten bilden die Grundlage für Scan-to-BIM-Prozesse und digitale Zwillinge.
  • Energieberatung: Grundrisse, Flächen und Gebäudedaten können direkt für Energieausweise oder Sanierungsfahrpläne genutzt werden.
  • Facility Management
  • Aktuelle Gebäudedaten unterstützen Flächenmanagement, Dokumentation und Instandhaltung.
  • Immobilienbestand: Eigentümer, Verwaltungen und Wohnungsunternehmen erhalten eine digitale Datengrundlage für ihren Gebäudebestand.

Häufige Fehler beim digitalen Aufmaß

  • Veraltete Bestandsdaten verwenden: Alte Planunterlagen stimmen häufig nicht mehr mit dem tatsächlichen Gebäudezustand überein.
  • Nicht jedes Projekt benötigt dieselbe Detailtiefe. Die Anforderungen sollten vor Projektbeginn festgelegt werden.
  • Nur Geometrie erfassen
  • Für viele Anwendungen sind zusätzlich Informationen wie Raumnutzung, Bauteile oder technische Anlagen erforderlich.
  • Daten nicht weiterverwendbar aufbereiten: Der größte Mehrwert entsteht, wenn Daten direkt in bestehende Prozesse und Softwarelösungen integriert werden können.

FAQ

Welche Genauigkeit ist realistisch?

TLS erreicht oft Millimeter‑ bis wenige Millimeter‑Toleranzen; mobiles LiDAR typischerweise Zentimeter – abhängig von Setup, Umgebung und QA.

Welche Formate sollte ich anfordern?

Für Punktwolken E57/LAS/LAZ, für 2D‑Pläne DWG/DXF/PDF, für BIM IFC – stets mit Metadaten zu Version, Einheiten, Koordinaten und Toleranzen.

Wie vermeide ich Doppeltermine vor Ort?

Checkliste je Raum/Bereich, ausreichende Scandichte, ergänzende Fotos/360° und sofortige Lücken‑/QA‑Prüfung direkt nach der Erfassung.

Up to Date mit Lumoview bleiben
Danke für Ihr Vertrauen!
Oops! There was an error submitting your form.